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09.10.2018 08:43:21
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Kolumne

ETF Magazin: "America Still Great"



Mit der widersprüchlichen Aussicht US-amerikanischer Unternehmen und damit der dortigen Börse befasst sich das ETF Magazin. Und sieht Chancen bei Nebenwerten und "Burggraben-Aktien".
9. Oktober 2018. München (ETF Magazin). Wahlversprechen sind ein ganz spezielles Thema. Vor allem dann, wenn sie von Donald Trump gemacht werden. Noch immer hallen seine spektakulären Ankündigungen aus dem vielleicht hitzigsten Wahlkampf in der Geschichte der USA nach. Von der "großen Mauer" am mexikanischen Grenzübergang fehlt bis heute jede Spur. Die Abkehr von "Obamacare" entpuppt sich mangels Alternativen als Hängepartie, und Hillary Clinton ist zwar irgendwie untergetaucht, aber sicher nicht im Gefängnis.

Trump ist kein Einzelfall. Dass Wahlversprechen nicht eingehalten werden, ist keine Neuerfindung des US-amerikanischen Präsidenten, sondern seit Jahrhunderten Teil der Politik. Doch scheint es fast so, als seien falsche Versprechen bei Trump eine kalkulierte Strategie. 5,5-mal am Tag soll Trump laut einer Analyse der "Washington Post" in der Öffentlichkeit Unwahrheiten verbreiten. "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht", heißt es.

Doch in diesem Fall ist es nicht ganz so einfach: Gerade für Anleger lohnt es sich, genauer hinzuschauen, wenn zwischen den vielen Phrasen ein Funken Wahrheit hervorscheint. Trumps Ankündigung, er werde der US-Wirtschaft ein Wachstum von 3 Prozent und mehr pro Jahr verschaffen, klang angesichts der damaligen Wachstumsraten von 2 Prozent wie ein weiteres schwer einzulösendes Versprechen. Heute jedoch zeigt sich, dass Trump auf dem besten Weg ist, sein Wort zu halten. Die US-Wirtschaft boomt, Apple & Co. bringen ihr Geld nach Hause, und die Konzerne verdienen prächtig - mit den richtigen ETFs werden Anleger zu den großen Gewinnern.



Fakt ist, die US-amerikanische Wirtschaft wuchs zwischen April und Juni so stark wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte auf Jahresbasis um 2,8 Prozent und überstieg damit deutlich die Prognosen. Eine Hauptrolle spielt dabei der private Konsum, der rund zwei Drittel des amerikanischen BIP ausmacht. Wirklich überraschend ist das nicht - die Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent signalisiert de facto Vollbeschäftigung, zudem profitieren gerade finanzstarke Verbraucher von massiven Steuererleichterungen.

Warum die US-Wirtschaft boomt

Der zweite Grund hingegen bleibt umstritten: die außergewöhnlich starke Außenwirtschaft. Die Exporte erhöhten sich um 9,3 Prozent und reduzierten das Handelsbilanzdefizit zur Freude des Präsidenten um mehr als 50 Milliarden Dollar - doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die starke Zunahme von Sojabohnen-Exporten nach China zeigt, dass viele Käufer ihre Lager auffüllen wollten, um drohenden Vergeltungszöllen Chinas zuvorzukommen. Für die US-amerikanische Regierung ist das nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfleck. "Ich denke, dass wir uns ganz sicher in einer Phase von vier oder fünf Jahren befinden, in der es durchweg ein Wachstum von mindestens 3 Prozent gibt", ließ US-Finanzminister Steven Mnuchin in seinem Interview mit Fox News verlauten und stößt damit an der Wall Street auf Zustimmung.

Laut einer Expertenbefragung der Nachrichtenagentur Reuters stieg der Anteil der US-Titel in den Portfolios der Fondsmanager jüngst um 2,3 Punkte auf 41,9 Prozent - der höchste Wert seit drei Jahren. Viele Experten sind sich mittlerweile sicher, dass die US-Unternehmen die Steuererleichterungen Trumps tatsächlich für sich nutzen können. Laut Analysten-Konsens-Schätzungen sollen die Unternehmensgewinne im S&P-500 in den kommenden zwei Jahren im Schnitt um 21 Prozent steigen. Zum Vergleich: Im Stoxx-Europe-600 rechnen die Aktienanalysten mit rund zehn Prozent.
Böse Zungen behaupten, dass das einzig verbliebene Problem lediglich Trump selbst sei. Schließlich könne er den positiven Impuls mit drastischeren Handelsbarrieren wieder zunichtemachen. Ein cleverer Weg, dieses Risiko zu minimieren, sind Nebenwerte-ETFs, wie der iShares MSCI USA Small Cap. Hier liegen die Prognosen mit 33 Prozent Gewinnzuwachs sogar noch höher, denn viele kleinere Unternehmen sind weniger stark vom Exportgeschäft abhängig und profitieren demnach ganz besonders vom Aufschwung der heimischen Wirtschaft.

Weshalb Anleger profitieren

Die multinationalen Großkonzerne verlieren deshalb nicht an Attraktivität - im Gegenteil. Denn auch hier machte Donald Trump ein großes Versprechen, das er einhalten konnte. Er werde das Geld in den Steueroasen zurück in die Heimat bringen, kündigte er an und unterbreitete Apple, Google & Co. ein Angebot, das keiner von ihnen ausschlagen konnte. Mit einem Unternehmenssteuersatz von 21 Prozent statt 35 sind die USA für viele Konzerne plötzlich wieder attraktiv. Im ersten Quartal flossen über 300 Milliarden US-Dollar von den Cayman-Inseln, aus den Niederlanden & Co. zurück in die USA - Tendenz weiter steigend. Laut den Strategen von Goldman Sachs und J.P. Morgan liegen noch rund 2 bis 3 Billionen US-Dollar im Ausland. Allein Apple plant, einen Großteil der 250 Milliarden Dollar im Ausland in den nächsten Jahre zurück in die USA zu transferieren, was der Staatskasse rund 38 Milliarden Dollar an Steuern einbringt.

Die Unternehmen hingegen haben die freie Wahl, was sie mit dem frischen Kapital anstellen. Trump will Expansionsbemühungen sehen, doch solche Investitionen brauchen Zeit. Derzeit scheint es eher so, als ob in den Chefetagen das Geld anders verplant wird - für Aktienrückkäufe und Dividenden. Schon jetzt werden Rekordmarken gebrochen, bis zum Jahresende rechnen Experten mit Aktienrückkäufen im S&P-500 in einem Gesamtvolumen von 800 Milliarden Dollar und einer Dividendensumme von 450 Milliarden Dollar. Mit dem Amundi-S&P-500-Buyback-ETF können Anleger gezielt in solche Konzerne investieren.

Der Zeitpunkt dafür ist ideal, urteilen die Strategen von J.P. Morgan Research. Sie stellten fest, dass Unternehmen mit hohen Rückkaufquoten und neuen Ankündigungen ihre Mitbewerber an der Börse langfristig schlagen - insbesondere in Korrekturphasen und Rezessionen. Seit 2000 liegt die Überperformance in Zeiten des Abschwungs bei durchschnittlich 200 Basispunkten. Die Volatilität verringerte sich ebenfalls.

Woher die Stärke kommt

Wie gut die US-amerikanischen Unternehmen wirklich aufgestellt sind, beweist auch die jüngste Berichtssaison. 82 Prozent der S&P-500-Unternehmen konnten dabei die Gewinnerwartungen übertreffen. Eine Krise sieht anders aus. Dennoch bleiben viele Anleger nervös. Das Ende des Bullenmarkts scheint näher als noch 2017, und obendrein verschärft sich der Ton auf der weltpolitischen Bühne merklich. Doch gerade in den USA - dem vermeintlichen Epizentrum des Durcheinanders - laufen die Geschäfte besser denn je. Trump will die Lorbeeren selbstverständlich für sich allein haben, schließlich macht er "America great again". Kritiker sehen eine positive Entwicklung trotz und nicht wegen des Präsidenten. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte.

Schließlich wimmelt es im US-merikanischen Aktienmarkt schon seit Jahrzehnten nur so von Konzernen, die vor allem eines sind: unantastbar. Unantastbar für Wettbewerber, nahezu resistent gegenüber politischen Einflüssen und derart mächtig, dass ihre Erträge über Jahre gesichert sind. In der Fachsprache heißen diese Werte Burggraben-Aktien - getreu der Metapher, die kein Geringerer als Börsenlegende Warren Buffett einst aufstellte: "Ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen ist wie ein starkes Schloss mit einem tiefen Burggraben drumherum. Ich will Haie in diesem Burggraben schwimmen sehen. Ich will, dass es unantastbar ist."

Die US-amerikanische Rating-Agentur Morningstar belohnt Unternehmen mit einem besonders großen Wettbewerbsvorteil mit der Auszeichnung "wide moat" aus - zu Deutsch: weiter Burggraben. Der Vermögensverwalter VanEck Vectors hat darauf einen speziellen ETF namens Morningstar US Wide Moat aufgelegt. Disruptive Tech-Firmen wie Amazon zählen ebenso zu den Top-Positionen wie der Biotech-Konzern Biogen oder der größte Vermögensverwalter der Welt, Blackrock. Kurzum: Trump hin oder her - der amerikanische Aktienmarkt hält ganz sicher, was er verspricht - starke Unternehmen, hohes Wachstum und große Gewinne.

von Michael Rieder, © September 2018, ETF Magazin


Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.

Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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