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15.03.2016 13:28:24
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Börse Frankfurt News

ETFs: Blick über den Teich



Anleger setzen auf US-Bluechips zulasten der Nebenwerte, kaufen auch Unternehmensanleihen mit und ohne Investment Grade.
15. März 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Bislang präsentiert sich der März am Aktienmarkt überwiegend von seiner stürmischen Seite. Unter untertägigen Schwankungen von 500 Punkten rund um die EZB-Entscheidung hat der DAX seit Monatsbeginn etwa 2 Prozent gutgemacht.

Entsprechend aktiv agieren Anleger, die an den deutschen Aktienindex (WKNs A0YEDX, LYX0BT) und an den Euro Stoxx 50 (WKN 593395) laut gekoppelte ETFs hin und her handeln. "Mit 31.000 Trades sind unsere Umsätze im Bereich Exchange Traded Funds in der vergangene Woche ganz ordentlich", meldet Frank Mohr. Als mit 26 Prozent ungewöhnlich hoch bezeichnet der Händler der Commerzbank den Anteil von Renten-ETFs.

Unternehmensanleihen in allen Facetten gefragt
 

"Insbesondere nach dem Zinsentscheid der europäischen Notenbank interessierten sich Anleger stärker für Produkte aus dem Corporate Bond-Bereich." Für ein Mehr an Rendite gäben sich Investoren zuweilen mit einer Bonität unterhalb des Investment Grade der enthaltenen Unternehmen zufrieden.

Stellvertretend für das gesamte Anbieterspektrum nennt Mohr den iShares Euro High Yield Corporate Bond (WKN A1C2NE), der sich am Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index orientiert. "Hier überwogen ganz klar die Käufe." Generell habe die höhere Nachfrage nach Unternehmensanleihen zur Ausweitung der Spreads geführt. "Ein ETF ist immer auch das Abbild des getrackten Index, dessen Bestandteile bei größerer Beliebtheit schwerer zu handeln sind", erklärt Mohr.

Frank MohrMohr
 
Marco Salaorno bestätigt den Trend nach mehr Rendite in der Anlageklasse der festverzinslichen Wertpapiere. Neben Indexfonds auf Emerging Market Bonds (WKN A0RFFT) kämen bei den Kunden der Société Générale indes auch bonitätsstarke Unternehmensanleihen besonders häufig zum Tragen. Etwa lande der iShares Euro Corporate Bond Large Cap (WKN 251124), der aus 40 Unternehmensanleihen mit Investment-Grade besteht, verstärkt in den Depots. Langlaufende Staatsanleihen der EU-Länder wie etwa der iShares EUR Government Bond 15-30yr (WKN A0LGQC) werden dem Händler zufolge in Summe abgestoßen.

Umschichtung in US-Standardwerte

Eine Tendenz weg von US-Aktien aus der zweiten Reihe hin zu US-amerikanischen Standardwerten macht Salaorno aus. Tracker des S&P 400 US Mid Cap Index (WKN A1JSHV) und ETFs, die an den Russell 2000 (WKN A1XEJS) gekoppelt sind, würden seit Wochenbeginn verstärkt abgestoßen. Stattdessen setzten ETF-Anleger bevorzugt auf Bluechips im marktbreiten S&P 500 (WKN LYX0FS, A1JX53). "Hier waren die Produkte sämtlicher Emittenten gefragt."

Finanzbranche in Bewegung

Starkes Interesse besteht Mohr zufolge am gesamten Finanzsektor. Zu den meist gehandelten ETFs gehöre bei der Commerzbank beispielsweise der Source Euro Stoxx Optimised Banks ETF (WKN A1JFG7), der sowohl ge- als auch verkauft worden sei. "Die Branche steht in der vergangenen Woche für rund 45 Prozent unserer Umsätze mit Sektor-ETFs." Rang zwei belegten Tracker der Energieindustrie (WKNs A1C7AK), die unterm Strich abgestoßen worden seien.

Mit Blick auf europäische Banken (WKN 628930) registriert Salaorno einen besonders bewegten Handel in beide Richtungen mit einem leichten Kaufüberhang. "Auslöser war vermutlich Mario Draghi."

Hin und her gehe es bei ETFs mit Aktien der Grundstoffe-Industrie. "Investoren, die frühzeitig zum Beispiel beim iShares STOXX Europe 600 Basic Resources (WKN A0F5UK) eingestiegen sind, haben einen guten Schnitt gemacht", begründet Salaorno die Gewinnmitnahmen. Immerhin hat sich der Wert seit Januar von unter 20 auf zwischenzeitlich bis 30 Euro erholt, derzeit steht der Kurs bei 26,44 Euro.

Schwellenländeraktien

Nachdem Schwellenländer-Investments in der Vorwoche bei der Société Générale wieder ein Thema waren, hat das Interesse etwa an MSCI Emerging Markets-ETFs (WKN LYX0BX) mittlerweile in der Breite Gewicht gewonnen, wie Salaorno meldet. "Mehr Kunden wenden sich dem Thema zu."

von: Iris Merker
© 15. März 2016 - Deutsche Börse AG

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