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23.02.2016 13:32:07
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Börse Frankfurt News

ETFs: Wachsende Zuversicht



Europäische Standardwerte und Aktien mit überdurchschnittlicher Dividende stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Auch Gewinnmitnahmen sind an der Tagesordnung.
23. Februar 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Glattstreichung von Gewinnen und Neupositionierungen prägen laut Spezialisten den ETF-Handel der vergangenen Woche. "Bei uns dominieren mit 57 Prozent die Käufe", meldet Carsten Schröder von der Commerzbank, wobei die Anzahl der Trades von 30.000 unter dem Durchschnitt liege.

"Verkäufe und Käufe halten sich in etwa die Waage", beschreibt dagegen Marco Salaorno, der von ansehnlichen ETF-Umsätzen spricht. Die Gegenbewegung an den Aktienmärkten nutzten Investoren dem Händler der Société Générale zufolge sowohl zum Einstieg als auch zum Glattstellen von Gewinnen.

Dividenden ziehen
 

Marcel Sattler von der ICF Bank berichtet hingegen von einem tendenziell verhaltenen Handel mit Indexfonds. "Unsere Kunden konzentrierten sich auf DAX- (WKNs ETFL01, ETFL06) und Euro Stoxx 50-Tracker (WKN ETFL02), die unterm Strich in den Anlegerdepots landeten. "Auch DAXplus Maximum Dividend-Produkte (WKN ETFL23) kommen aktuell gut an."

Marcel SattlerSattler
 
DAX-ETFs (WKN 593393, DBX1DA) gehörten auch bei der Commerzbank zu den meist gehandelten Werten auf der Kaufseite. Zudem stünden marktbreite MSCI World-Tracker (WKN A1W4HS, A0X8ZX) bei Schröders Kunden hoch im Kurs. Die überwiegenden Abflüsse an Euro Stoxx 50-ETF-Anteilen (WKNs 593395,LYX0A5) interpretiert der Händler als Gewinnmitnahmen.

Abseits der Trampelpfade

Auf der Suche nach alternativen Indexstrategien kommen laut Salaorno derzeit verstärkt Smart Beta-ETFs zum Tragen. Der Begriff Smart Beta steht für Indizes, die bei der Auswahl der Aktien nicht nach Marktkapitalisierung, sondern alternativen Kriterien gewichten. Gefragt sei beispielsweise ein hauseigenes, an den Global Quality Income-Index gekoppeltes Produkt (WKN LYX0PP), das weltweit auf Unternehmen mit überdurchschnittlichen Dividendenrenditen setzt.

Interesse an chinesischen Aktien

Generell rücken Portfolios mit Schwellenländeraktien wieder stärker in den Mittelpunkt, wie Salaorno registriert. MSCI Emerging Marktes-ETFs (WKN DBX1EM, A0HGWC) kämen genauso gut an wie Indexfonds auf den Lyxor MSCI Asia ex Japan (WKN LYX0AB). "Hier standen Käufe im Vordergrund." Indexfonds mit chinesischen Aktien beispielsweise im Lyxor ETF China Enterprise (WKN A0F5BW) würden unterm Strich gekauft. Ebenso setzten Investoren häufiger als nicht auf den iShares CSI300 (WKN A1C1H1). Der zugrunde liegende Index enthält die 300 größten an der Börse Shanghai gelisteten Unternehmen.

Nettozuflüsse gibt es zudem für japanische Bluechips, wie Schröder und Salaorno berichten. Neben MSCI Japan-Tracker (WKN A0REJW) interessierten sich Anleger für in Euro notierte Topix-ETFs (WKN LYX0NY), der die Entwicklung aller an den Börsen Japans zugelassenen Aktien währungsbereinigt widerspiegelt.

Brexit wird noch nicht gespielt

Die Sorgen der Marktteilnehmer über einen möglichen Austritt der Briten aus der Europäischen Union spürt Salaorno im ETF-Handel bislang kaum. "Je nach Umfragewerten könnten aber Umschichtungen von Standard- Richtung Nebenwerte im Vorfeld der Volksabstimmung ein Thema werden." Aktienstrategen gingen davon aus, dass die Aktienkurse kleinerer Unternehmen von einem negativen Ausgang am 23. Juni diesen Jahres weniger spüren werden.

Vertrauen in Automobilwerte wächst

Banken etwa im MSCI Europe Banks (WKN A0REJZ), Stoxx Europe 600 Banks (WKN A0F5UJ) und Euro Stoxx Banks (WKN 628930) stehen mit 65 Prozent Käufen in der Statistik der Sektor-ETFs ganz vorn. "Mit der Erholung der Aktien insbesondere von Commerzbank und Deutsche Bank hat die Nachfrage nach Finanzwerten zugelegt", beobachtet Schröder. Auf niedrigerem Niveau deckten sich Anleger zudem mit Automobilwerten im Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts (WKN LYX0AN, A0Q4R2) ein. "Hier überwogen mit 77 Prozent ganz klar die Zuflüsse."

Salaorno meldet Interesse an defensiveren Branchen wie der Grundstoffe-Industrie. Gesucht seien Stoxx Europe 600 Basic Resources- (WKN LYX0AX) und in geringerem Maße Stoxx Europe 600 Oil & Gas-Produkte (WKN LYX0A9).

von: Iris Merker
© 23. Februar 2016, Deutsche Börse AG

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