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03.05.2017 14:52:08
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Börse Frankfurt News

Zertifikate-Trends: Blick geht gen Frankreich



Anleger sind weiter optimistisch, Absicherungen gegen Kursverluste kommen aber auch gut an.
3. Mai 2017. Frankfurt (Börse Frankfurt). Es ist derzeit vor allem ein Thema, das Anleger bewegt: "Die Frankreich-Wahl dominiert", berichtet Christian Glaser von BNP Paribas. Viele Investoren warteten ab, andere spekulierten auf einen Sieg Macrons und setzten auf weiter steigende Aktienkurse oder einen nochmals festeren Euro. "Oder man sichert sich durch Puts auf den DAX nach unten ab." Laut Anouch Wilhelms von der Commerzbank überwiegen im Aktienbereich die Long-Positionierungen, einige Anleger gingen aber auch short. Markus Königer von der ICF Bank sieht insgesamt ein hohes Interesse an Knock-out-Zertifikaten.

"Die meist gehandelten Basiswerte sind DAX, Gold und Öl - hin und wieder aufgelockert durch den ein oder anderen Einzelwert", berichtet Simon Görich von der Baader Bank. "Die aktuelle Datenlage gibt, wie so oft, die Richtung vor."

Discount-Zertifikate gefragt

Beliebtestes Underlying ist den Händlern zufolge - wie immer - der DAX, diesmal sogar mit besonders großem Abstand zu den darauf folgenden Basiswerten. Der deutsche Aktienindex hat in den vergangenen vier Wochen um weitere 200 Punkte zugelegt und mit 12.511 Punkten zuletzt ein Rekordhoch erreicht. Wilhelms sieht großes Interesse an Discount-Zertifikaten auf den DAX, als Beispiel nennt er ein Produkt mit Cap bei 11.800 Punkten (WKN CD7B3N). Anleger erhalten Discount-Zertifikate zu einem Preis unter dem aktuellen Kurs, im Gegenzug wird der mögliche Gewinn nach oben durch ein Cap begrenzt.



"Allzeithochs bedeuten für viele Anleger: kein Handlungsbedarf", bemerkt Glaser. Er beobachtet aber auch viele klassische Absicherungsgeschäfte, etwa über Put-Optionsscheine auf den DAX mit Basispreis bei 11.750 Punkten (WKN PR15W1). "Das scheint jetzt weit weg. Sollte aber entgegen den Erwartungen doch Marine le Pen gewinnen, werden Kursverluste im DAX von rund 10 Prozent erwartet." Anleger sollten sich aber bewusst sein, dass diese Optionsscheine am Montag stark an Wert verlieren dürften.

Gerne auch mit Hebel
 

Auf Kursgewinne der Bankenbranche nach einem Macron-Sieg werde mit einem bullishen Knock-out-Schein auf den Bankenindex Stoxx Europe 600 Banks (WKN PR1BP3) gesetzt. Laut Görich waren zuletzt bearishe Knock-out-Scheine auf den DAX (WKN CE843A) mit Knock-out-Barriere bei 11.500 Punkten beliebt.

GörichGörich
 
Auch Wilhelms zufolge gehen DAX-Hebelzertifikate gut weg, etwa ein bullishes Knock-out-Zertifikat mit Basispreis bei 11.459 Punkten (WKN CE692U) oder ein bearishes Knock-Out-Produkt mit Basispreis bei 12.899 Zählern (WKN CR5QLM). Laut Königer kommen Faktor-Zertifikate auf den DAX sehr gut an, etwa Produkte von Vontobel mit Hebel 15 (WKN VN57EQ, VN2BX2, VS66JU).

Autobauer im Fokus

Bei den Einzeltiteln sind Autobauer und Banken ganz vorne, wie Königer feststellt. "Das Thema Zukunft der Autoindustrie ist ja auch sehr interessant." Der deutschen Autoindustrie fehle es an Innovationen, etwa sei die Reichweite der Elektroautos noch gering. "Auf der anderen Seite macht Tesla immer noch keinen Gewinn." Bei der ICF Bank standen daher Deutsche Bank (WKN PR5ACV, HU72C3), Daimler (WKN TD166L), VW, Commerzbank, Allianz und BMW im Fokus.

 

Auf der Umsatzliste der Commerzbank ganz oben finden sich ebenfalls Deutsche Bank und Daimler (WKN CE80LM), hohes Interesse galt Wilhelms zufolge nach dem kräftigen Kursrutsch im April auch Dialog Semiconductor (WKN CE6AP3). Görich berichtet von Interesse an Aktienanleihen auf Royal Dutch Shell (WKN GD368Z) mit Kupon von 4,5 Prozent. "Die Zinsflaute lässt grüßen."

WilhelmsWilhelms
 

Spekulieren auf weiteren Euro- und Goldpreisanstieg

Auf einen bei einem Sieg von Macron nochmals steigenden Euro setzen Anleger Glaser zufolge zum Beispiel mit einem bullishen Knock-out-Schein auf Euro/US-Dollar (WKN PR5T8T) mit Hebel von etwa 40. Königer meldet hohes Interesse an einem ebenfalls bullishen Knock-out-Schein auf das Wechselkurspaar (WKN TD8ZPG) mit Basispreis von 1,085 US-Dollar und Hebel von 153. Der Euro konnte zuletzt wieder aufholen: Aktuell kostet die Gemeinschaftswährung wieder 1,09 US-Dollar, Anfang April waren es weniger als 1,06, im Tief im Dezember sogar unter 1,04 US-Dollar.

Auch auf Gold wird vor der Frankreich-Wahl spekuliert. Gesucht ist laut Königer etwa ein Faktor-Zertifikat auf Gold mit Hebel von 12 (WKN VS92AW). Beliebt sei auch ein Faktor-Zertifikat auf Silber mit zehnfachem Hebel (WKN VN5EW2). Glaser berichtet von Käufen in bullishen Knock-out-Scheinen auf Gold (WKN PB2GY6). Der Goldpreis war Mitte April bis auf knapp 1.300 US-Dollar je Feinunze geklettert - ein Jahreshoch und der höchste Stand seit November 2016. Aktuell liegt er aber wieder nur bei 1.254 US-Dollar.

Beliebtes Bitcoin-Zertifikat

Weiter großen Zulauf findet Königer zufolge das Zertifikat von Vontobel auf die Kryptowährung Bitcoin (WKN VN5MJG). Mit dem im November 2016 aufgelegten Tracker wird die Entwicklung der digitalen Währung in US-Dollar nachgezeichnet. "Bitcoins haben gerade ein neues Allzeithoch von 1.456 US-Dollar erreicht", bemerkt Königer

von: Anna-Maria Borse 03.05.2017, © Deutsche Börse AG
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