27.04.21 14:08:09

ETFs: Die Zukunft ist grün

Anleger setzen auf Aktien mit grünem und ethischem Anstrich aus Europa, den USA und weltweit, greifen zu klassischen S&P 500-Produkten. Branchenbezogen landen Gold- und Ölproduzenten sowie und Technologiewerte aus den Bereichen Video-Gaming und Blockchain in den Depots. 

 

27. April 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zuflüsse, nichts als Zuflüsse zu Aktien: so fasst Hubert Heuclin von der BNP Paribas das Geschehen an den Kapitalmärkten zusammen. Mittlerweile verzeichneten die Aktienbörsen den fünften Monat in Folge starke Kaufnachfrage. „Damit hält 2021 das rekordverdächtige Tempo.“ Auch im ETF-Handel der vergangenen Woche setzen Anleger bevorzugt auf Aktien.

Hauptsache nachhaltig

Ein nennenswerter Teil der Anlegergelder fließe wie so häufig in global aufgestellte Portfolios. Neben dem klassischen MSCI World-Produkt (IE00B4L5Y983) etwa von iShares lande eine ESG-Variante basierend auf dem MSCI World Low Carbon SRI Leaders (IE00BZ02LR44) verstärkt in den Depots. S&P Global Clean Energy-Produkte (IE00B1XNHC34) zählt Heuclin ebenso zu den Profiteuren wie Tracker des MSCI USA ESG Leaders Select 5% Issuer Capped Index (LU2109787395) und MSCI USA SRI Select Reduced Fossil Fuel (IE00BYVJRR92). Deutlich im Plus lägen zudem europäisch geprägte Indexfonds mit sozialem Anstrich basierend auf dem MSCI Europe SRI Select Reduced Fossil Fuel- (IE00B52VJ196) und FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe Real Estate Index-Tracker (LU1291091228).

Grüne Zukunft politisch verordnet

Die Zuflüsse zu ETFs mit Nachhaltigkeitsfaktoren überstiegen in Europa laut Heuclin übrigens von Januar bis März dieses Jahres erstmals die Nachfrage nach klassischen Werten. Mittlerweile käme das Segment auf über 10 Prozent des gesamten ETF-Marktes in Europa. „Das ist eindrucksvoll“, urteilt der Händler. Zwar kursierten Diskussionen über mögliche Verzerrungen im Bereich nachhaltiger Investitionen: Dort träfe zu viel Geld auf ein begrenztes Angebot.

Gegen nachhaltige Anlagen wettende Investoren sollten Heuclin zufolge aber bedenken, dass sie sich damit gegen die mächtigsten Regierungen der Welt stellen. Die Europäische Union sei beispielsweise gerade dabei, Umweltziele in Standards für Banken, Vermögensverwalter, Versicherer und Mitgliedstaaten einzubetten.

Heuclin

S&P 500 wiederentdeckt

Carsten Schröder von der Société Générale spricht von einem insgesamt ausgeglichenen Verhältnis von Käufen und Verkäufen. Größere Zuflüsse gebe es für S&P 500-ETFs etwa von Vanguard (IE00B3XXRP09), HSBC (IE00B5KQNG97) oder BNP Paribas Easy (FR0011550177). Ebenso deckten sich Anleger unterm Strich mit MSCI USA-ETFs (LU0392495700) ein. MSCI World-Tracker würden mit einem Überhang an Abflüssen sowohl ge- als auch verkauft. Das gelte auch für Schwellenländeraktien im MSCI Emerging Markets (LU0635178014).

Griff zu Gold- und Ölproduzenten

Mit Blick auf die Branchen setzen Investoren nach Angaben von Schröder einmal mehr auf Technologiewerte im MVIS Global Video Gaming & eSports (IE00BYWQWR46) und Elwood Blockchain Global Equity (IE00BGBN6P67). Ein klares Votum für Goldminenbetreiber sieht der Händler in der Nachfrage nach Produkten, die sich am NYSE Arca Gold Bugs Index (LU0488317701) orientieren. „Das Produkt wurde sehr stark gekauft.“

Heuclin spricht von nennenswertem Zuspruch für S&P Commodity Producers Gold-ETFs (IE00B6R52036). Die Kunden der BNP Paribas vertrauten zudem auf Tracker des Stoxx Europe 600 Oil & Gas (DE000A0H08M3).

US-Treasuries mit Inflationsschutz gefragt

Im Handel mit festverzinslichen Werten sieht Schröder eine Vorliebe für inflationsgeschützte US-Staatsanleihen mit verschiedenen Laufzeiten. Gefragt seien unter anderem Produkte von iShares (IE00B1FZSC47) und Lyxor (LU1452600270), die sich am Bloomberg Barclays US Government Inflation-Linked Bond Index orientieren. Ansonsten hätten sich Investoren von Euro-Unternehmensanleihen im Markit iBoxx EUR Liquid Corporates Top 75 Mid Price Index (LU1681039647) tendenziell verabschiedet. Verkäufer von Produkten auf den Solactive Bund Daily (-2x) Inverse Index (FR0010869578) gingen vermutlich von einem steigenden Euro-Bund-Future aus.

von: Iris Merker
27. April 2021, © Deutsche Börse AG

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