03.09.21 18:56:00

40 ist das neue 30 – der DAX wird größer

Zum 20. September wird mit der Erweiterung des DAX auf 40 Unternehmen die bisher größte Reform der Auswahlindizes abgeschlossen. Denn nicht nur für den Leitindex hat sich dann einiges verändert, sondern auch für die Nummer zwei, den MDAX. Neben der Größe sind das z.B. eine Profitabilitätsregel, vereinfachte Berechnung oder Segmentzugehörigkeit. Ein Überblick.
 

3. September 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Am Anfang stand eine Marktbefragung im Herbst 2020, an der rund 600 Teilnehmer aller Art teilnahmen: Finanzinstitute, einzelne Personen, Unternehmen, Verbände, etc. Die, teils kontroversen, Vorschläge wurden vom Indexanbieter STOXX intensiv diskutiert, auch auf Umsetzbarkeit und Auswirkungen auf die gesamte Indexwelt hin. Zum regulären Indextermin im Dezember wurden die ersten Anpassungen umgesetzt, nun kommt es mit der Aufnahme zehn weiterer Unternehmen vorerst zum Finale.

Die wichtigsten Änderungen

  • Das Ranking als Basis für Auf- oder Abstieg erfolgt nur noch nach einem Parameter, der Marktkapitalisierung. Bisher war auch der Börsenumsatz relevant.
  • Allerdings ist ein Mindestumsatz erforderlich.
  • Die Notierung im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse ist ausreichend, bisher war der Prime Standard als Segment gefordert.
  • Neue DAX-Unternehmen müssen Profitabilität nachweisen.
  • Nur wer Finanzberichte vorlegt, gehört zur DAX-Familie.
  • Die Unternehmen müssen einen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat haben.
  • Der DAX wird auf 40 Mitglieder erweitert, der MDAX auf 50 reduziert.
  • Seine Zusammensetzung wird nun halbjährlich überprüft, nicht mehr nur im September.

Gründe für die Erweiterung des DAX auf 40

Eines der Ergebnisse der oben erwähnten Marktkonsultation war der Wunsch nach mehr Diversifikation im DAX. Diese ist zum einen durch die Anzahl der Titel bedingt und zum anderen durch die Charakteristika der deutschen Wirtschaft, in der vor allem große Chemie-, Automobil-, Software- und Industrieunternehmen dominieren. Alternativen zur Erweiterung auf 40 Werte wären komplexere Regeln zur Begrenzung einzelner Branchen und Werte oder auch alle Unternehmen gleich zu gewichten. Der DAX soll für alle Marktteilnehmer nachvollziehbar sein, für Profis ebenso wie für Börsenneulinge. Die größten 40 Unternehmen bilden rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung im Regulierten Markt, d.h. im Prime und General Standard ab, und können als repräsentativ gewertet werden.

Die meistgestellte Frage: Ändert sich der Punktestand von Freitag auf Montag wegen der neuen Unternehmen im Index?

Nein, denn die Berechnungsgrundlage wird entsprechend angepasst. Die 40 Mitglieder im Index werden auf Basis ihres Schlusskurses vom 17. September neu verkettet, wie es in der Fachsprache heißt. Zur Berechnung werden die dann gültigen Gewichten je nach Marktkapitalisierung herangezogen. Erst mit den neuen Börsenpreisen der 40 Aktien am Montagmorgen kurz nach 9 Uhr ändert sich der DAX-Stand wie an jedem anderen Handelstag auch.

Debatten um ESG-Kriterien

Der Vorschlag, eine ESG-Dimension wie den Ausschluss von kontroversen Waffen in die Leitindizes aufzunehmen, löste viele Diskussionen mit kaum zu vereinbarenden Ansichten der Marktteilnehmer aus. Deswegen wird dieses Thema separat behandelt, geprüft und entwickelt.

3. September 2021, © Deutsche Börse AG

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