Börsenlexikon

Jumbo-Pfandbrief

Pfandbrief mit einem Emissionsvolumen von mindestens 1 Mrd. €

Jumbo-Pfandbriefe sind eine Weiterentwicklung des traditionellen Pfandbriefs; charakteristisch ist ihr besonders hohes Emissionsvolumen und eine Verpflichtung von sog. Market Makers. Als Jumbo-Pfandbriefe werden sowohl Emissionen zur Refinanzierung privater Immobilienfinanzierungen (Pfandbriefe) als auch zur Refinanzierung von Kommunalkrediten (öffentliche Pfandbriefe, Kommunalobligationen) begeben. Jumbo-Pfandbriefe werden häufig über ein Konsortium platziert, bei dem die Konsortiumsmitglieder, aber auch der Emittent selbst, die Funktion des Market Maker übernehmen können. Gemäß den Mindeststandards für Jumbo-Pfandbriefe des Verbands deutscher Pfandbriefbanken gelten folgende Anforderungen:

  • Mindestemissionsvolumen 1 Mrd. € (bei Erstemission kann das Volumen 750 Mio. € betragen, wenn es innerhalb von 180 Tagen auf 1 Mrd. € aufgestockt wird)

  • Aufstockungen ausschließlich in Höhe von mind. 125 Mio. €

  • Es sind mindestens fünf Market Makers zu bestimmen, die zu den üblichen Handelszeiten im Interbankenhandel (9 bis 17 Uhr) simultan Geld- und Briefkurse bis zu einem Ordervolumen von 15 Mio. € stellen.

Der Pfandbrief muss spätestens 30 Tage nach seiner Begebung in einen organisierten Markt eines EU-Mitgliedsstaates (Amtlicher Markt oder Geregelter Markt in Deutschland) eingeführt werden.

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