Börsenlexikon

Ordertyp

Mit Orderzusätzen legen Anleger fest, wie eine Order ausgeführt werden. Grundsätzlich gibt es zwei Typen von Kauf- oder Verkaufaufträgen, nämlich Market-Orders oder Limit-Orders. Stop-loss-Aufträge sind eine Form der Limit-Orders.

Market-Orders werden zum bestmöglichen Kurs ausgeführt. Sind es Billigst-Kaufaufträge, so werden die Papiere zum geringstmöglichen Kurs gekauft. Bei Bestens-Verkaufsaufträgen werden die Papiere zum höchstmöglichen Kurs verkauft.

Bei einer Limit-Order dagegen geben Sie eine Preisober- bzw. -untergrenze an, bis zu der der Auftrag ausgeführt werden soll.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Sie wollen 100 Aktien von der XY AG. Der Kurs des Titels liegt zu diesem Zeitpunkt bei 10 Euro. Wenn Sie dies bei Ihrer Bank als Market-Order in Auftrag geben, dann bekommen Sie die von Ihnen gewünschten 100 Stück zu dem Preis, zu dem sie gegenwärtig im Orderbuch erhältlich sind. Das kann dann durchaus ein höherer Kurs sein. Mit einer Limit-Order können Sie den Kaufpreis nach oben begrenzen, etwa bei 10,10 Euro.

Limit-Orders sind in der Regel günstiger für die Anleger, besonders bei Titeln in „engen“ Märkten oder mit hoher Volatilität. Hier kann es leicht passieren, dass man zu übersteigerten Ausreißerkursen bedient wird. Liegt jedoch das Hauptinteresse eines Investors auf der Ausführung, so ist eine Market-Order empfehlenswerter.

Verluste stoppen

Eine der wichtigsten Begrenzungsform für Privatinvestoren ist der Stopp-Zusatz. Mit diesem Instrument sollen mögliche Verluste oder angefallene Gewinne geschützt werden. Eine Stopp-Order ist ein Auftrag, Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, sobald sie auf einen vorher festgelegten Preis sinken oder steigen, den so genannten Stoppkurs. Ist dieser Kurs einmal erreicht, geht der Auftrag als normale Market-Order in das Orderbuch und wird zum bestmöglichen Preis ausgeführt. Dabei unterscheidet man zwischen einer Stop-sell- und einer Stop-buy-Order.

Eine Stop-sell-Order – ein Stoppauftrag zum Verkauf - wird unter den gegenwärtigen Kurs gesetzt. Die Order tritt nur dann in Kraft, wenn der Wert zum Stopppreis oder darunter gehandelt wird. Sie verwandelt dann zu einer Bestens-Verkaufs-Order. Wenn Stop-sell-Orders zur Verlustbegrenzung eingesetzt werden, bezeichnet man sie auch als Stop-loss-Auftrag.

Das bedeutet: Sie haben Ihre 100 Titel der XY-Aktie zu 10 Euro gekauft. Das Papier steigt zunächst bis auf 15 Euro und gibt dann wieder etwas nach. Sie möchten aber den bereits gemachten Gewinn nicht vollständig verlieren, deswegen setzen Sie eine Stop-sell-Order bei 13,50 Euro. Sollte dieser Kurs erreicht werden, wird die Order bestmöglich ausgeführt.

Eine Stop-buy-Order - ein Stoppauftrag zum Kauf – wird über den gegenwärtigen Kurs gesetzt. Die Order tritt nur dann in Kraft, wenn der Markt zum Stopppreis oder darüber gehandelt wird. Sie wird dann zu einer Billigst-Kauf-Order.

Beispielsweise: Die XY-Aktie liegt bei 8 Euro. Sie glauben, dass sie mittelfristig großes Potential hat, wollen aber erst dann in den Titel einsteigen, wenn er sich etwas nach oben bewegt hat. Sie setzen eine Stop-buy-Order bei 10 Euro.

Der Vorteil von Stop-Orders liegt darin, dass Investoren nicht laufend den Markt und die Performance der jeweiligen Aktien überwachen müssen. Sie haben jedoch einen Nachteil: Sehr kurzfristige Kursrückschläge in einem Aufwärtstrend zum Beispiel können den Stopp auslösen. Man spricht in diesem Fall häufig von „unfreiwillig ausgestoppt werden“.

Außerdem sind Stopps keine Garantie zur Verlustbegrenzung. Denn sie werden bei Berührung des Stoppkurses in Market-Orders umgewandelt. Wenn dann keinen Gegenangebot vorliegt, wird der Auftrag gar nicht oder zu weit schlechteren Kursen als dem Stopppunkt ausgeführt werden. Dies passiert häufig bei Kursrutschen, wenn viele Investoren aus einem Wert ‚raus’ wollen.

Für beide Ordertypen gibt es drei weitere Zusatzarten: Zum einen sind das die Begrenzungen der Geltungsdauer mit den sogenannten Gültigkeitsbeschränkungen, zum anderen die Bestimmungen, wie eine Order im fortlaufenden Handel ausgeführt werden soll. Hinzu kommen Handelsbeschränkungen, die eine Order auf den fortlaufenden Handel oder auf eine der mehrfach täglichen Auktionen festlegen.

Banken bieten häufig nicht alle Orderzusätze an. Im Börsenspiel sind aus Gründen der Komplexität nur die Typen Market- und Limit-Orders eingerichtet.

Unser Börsenlexikon erläutert wichtige Finanzbegriffe und sollte keine Fragen offen lassen. Wenn Sie dennoch eine Definition vermissen, schreiben Sie uns bitte an redaktion@deutsche-boerse.com. Wir nehmen dann den Begriff nach Möglichkeit auf.